5-Hydroxytryptophan (5-HTP: Literatur-Information zur klinischen Wirkung
Serotonin fungiert in Nervenzellen („Neuronen”) des zentralen Nervensystem (ZNS) als Botenstoff. Serotonin muss von diesen Neuronen selbst produziert werden, da Serotonin aus dem Blut die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden kann.
Die Produktion von Serotonin in Neuronen des ZNS ist von L-Tryptophan abhängig, welches aus dem Blut in dsa ZNS gelangen muss.
Die Zufuhr von L-Tryptophan über die Blut-Hirn-Schranke kann von zahlreichen Faktoren gestört werden: (i) Gesteigerter Umsatz des Tryptophans zu Kynureninen senkt den L-Tryptophan-Spiegel, (ii) Erhöhte Kynurenin-Werte behindern den Transport von L-Tryptophan in das Gehirn, (iii) L-Tryptophan steht mit anderen Aminosäuren im Wettbewerb um die Transport-Proteine an der BH-Schranke (die anderen Aminosäuren liegen im allg. im Überschuss vor), (iv) L-Tryptophan wird in anderen Stoffwechselwegen verarbeitet und verbraucht (Proteinaufbau, Bildung von Niacin).
5-Hydroxytryptophan (5-HTP) hat den Vorteil, dass es den geschwindigkeitsbestimmenden Schritt der Umwandlung von L-Tryptophan in 5-Hydroxytryptophan umgeht (“Bypass”).
5-HTP wird nach oraler Zufuhr gut resorbiert.
Die Aufnahmein das ZNS steht nicht im Wettbewerb mit anderen Aminosäuren: 5-HTP überwindet die Blut-Hirn-Schranke ohne die Notwendigkeit für besondere Transporter-Moleküle.
Birdsall schreibt, dass die therapeutische Verabreichung von 5-HTP bei einem breitem Spektrum von Krankheitszuständen einen positiven Einfluss hat.
Dies umfasst Depressionen, Fibromyalgie, Schlafstörungen und Essstörungen mit Übergewicht, sowie chronische Kopfschmerzen.
Bruni und Kollegen zeigen, dass 5-HTP einen positiven Einfluss hat bei Kindern mit nächtlichen Panikattacken.
Schruers und Kollegen zeigen bei experimentell ausgelösten Panikattacken einen positiven Einfluss von 5-HTP.